Basar der Kompetenzen – Workshops Musiker*innengesundheit
Physische Gesundheit
Bitte melde dich vorab für einen der drei Workshops zu physischer Gesundheit über das Anmeldeformular an.
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Workshop 1: Musikergesundheit im Berufsalltag – praktische Impulse aus der Sicht einer freischaffenden Musikerin
Als freischaffende Bassposaunistin kenne ich die Herausforderungen von Musiker*innen aus eigener Erfahrung: lange Reisen, unregelmäßige Arbeitszeiten, intensive Arbeitsphasen, finanzielle Unsicherheiten und die körperlichen Anforderungen, die jedes Instrument mit sich bringt. Eine spielbedingte Verletzung hat mich dazu gebracht, mich intensiv mit Musikphysiologie zu beschäftigen und Wege zu finden, gesund und ohne Einschränkungen musizieren zu können.
In diesem Workshop möchte ich euch einfache und alltagstaugliche Werkzeuge an die Hand geben, mit denen ihr euer Wohlbefinden am Instrument verbessern könnt – ohne großen Zeitaufwand oder besondere Vorkenntnisse. Gemeinsam schauen wir auf anatomische Grundlagen, typische instrumentenspezifische Belastungen und probieren praktische Übungen aus: kurze Warm-ups und Cool-downs, Übungen für zwischendurch sowie Atem- und Achtsamkeitsübungen für mehr Fokus, Entspannung und Körperbewusstsein. Besonderen Fokus lege ich auf die Besonderheiten von Blasinstrumenten und ihren Anforderungen an unseren Körper. Ich freue mich auf einen praxisnahen Workshop mit euch – zum Ausprobieren, Austauschen und gemeinsamen Entwickeln von Strategien für einen gesunden und nachhaltigen Musiker*innen-Alltag.
1. Oktober 2026
Uhrzeit und Raum: 15:30 Uhr bis 16:30 Uhr – Multifunktions-Studio in der HfMT
Leiterin: Maxine Troglauer
Maxine Troglauer verbindet ihre internationale Konzerttätigkeit als Bassposaunistin mit ihrer Arbeit als Musikphysiologin. Als Solistin und Ensemblemusikerin in klassischer und improvisierter Musik kennt sie die körperlichen und mentalen Anforderungen des Musiker*innenberufs aus eigener Erfahrung. Eine spielbedingte Sehnenscheiden- und Schleimbeutelentzündung der Schulter führte 2015/2016 zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen von Körper, Instrument und musikalischer Leistungsfähigkeit. 2024 absolvierte sie den Zertifikatskurs „Musikphysiologie im künstlerischen Alltag“ der UdK Berlin und der HMTMH. Seitdem begleitet sie unter anderem Arbeitsphasen des Landesjazzorchesters Hessen als Musikphysiologin und gibt Workshops und Coachings beim Alcobaça Low Brass Festival, Bundesjazzorchester und an der Royal Academy of Music London.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht ein praxisnaher Ansatz: Sie vermittelt anatomische Grundlagen, beleuchtet instrumentenspezifische Belastungen und die körperlichen wie mentalen Anforderungen des Musiker*innenberufs. Praktische Übungen zu Atmung, Haltung, Stabilität, Beweglichkeit und Körperwahrnehmung bilden den Kern ihrer Workshops.
Workshop 2: Physische Gesundheit für Jazzmusiker*innen
Musikalische Performance fordert den Körper – ob im Proberaum, im Studio oder auf der Bühne. Wiederkehrende Bewegungen, lange Übephasen und intensive Auftritte können zu Einschränkungen der Spielfähigkeit und zu Überlastungen führen.
In diesem einstündigen Workshop erhalten Teilnehmende einen kompakten Einblick in die wichtigsten Grundlagen des gesunden Musizierens. Im Mittelpunkt stehen ergonomische Spielhaltungen, effektive Warm-up-Übungen sowie einfache Strategien zur Vorbeugung von Beschwerden. Die praxisnahen Inhalte lassen sich direkt in den musikalischen Alltag integrieren.
1. Oktober 2026
Uhrzeit und Raum: 15:30 Uhr bis 16:30 Uhr – Orchesterstudio der HfMT
Leiterin: Verena Richter
Verena Richter studierte Tanz und Tanzpädagogik in Den Haag (Niederlande) und war anschließend sowohl künstlerisch als auch pädagogisch in Den Haag, Essen und Berlin tätig. Im Anschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Physiotherapeutin und spezialisierte sich auf den Bereich Musiker*innengesundheit. Nach therapeutischer Tätigkeit in Leipzig führte sie von 2010 bis 2025 eine eigene Praxis für Physiotherapie und Musiker*innengesundheit in Berlin. Seit 2012 ist sie Mitarbeiterin am Kurt-Singer-Institut für Musikphysiologie und Musikerinnengesundheit in Berlin und lehrt im Bereich Angewandte Musikphysiologie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Darüber hinaus ist sie Dozentin am Career College der Universität der Künste Berlin.
Seit 2016 ist Verena Richter als Künstlerische Lehrkraft für Angewandte Musikphysiologie an der Universität der Künste Berlin tätig. Seit 2019 verantwortet sie dort den Bereich Musikphysiologie und Musiker*innengesundheit in der Lehre. Als Referentin und Kursleiterin ist sie regelmäßig bei Fachtagungen, Workshops und Weiterbildungsformaten im In- und Ausland gefragt.
Workshop 3: Selbstfürsorge 360° mentale und physische Strategien (Teil 1)
Mental stark zu sein ist kein Zufall, sondern der spezifische Glaube an die eigene Fähigkeit, in bestimmten Situationen wirksam zu sein. Selbstfürsorge ist eine wesentliche Säule und bezeichnet die bewusste sowie aktive Sorge um das eigene Wohlbefinden – sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene. Sie verbessert unsere Resilienz, die von allen gelernt werden kann, die sich mit ihrem Körper sowie ihren Gedanken und Gefühlen auseinandersetzen. Das Zusammenwirken von psycho-physiologischen Anteilen wird besonders in den Situationen deutlich, in denen die Leistung auf den Punkt gebracht werden muss. Wir fokussieren nicht die Angst, sondern gehen in die aktiv gestaltende Rolle.
In diesem ersten Teil zweier sich ergänzender Workshops lernen Teilnehmende eigene (physische und mentale) Ressourcen gezielt wahrzunehmen, ihren Aktivierungszustand zu regulieren und kurze Techniken unmittelbar im musikalischen Alltag einzusetzen. Wir setzen uns mit den inneren Kritiker*innen auseinander und zeigen, wie sich die psychische Flexibilität verändern kann. Dieser ganzheitliche, präventive Ansatz führt zu mehr Selbstwirksamkeit und gibt damit Handlungspielraum im musikalischen Ausdruck.
Achtung: Die beiden Workshops bauen inhaltlich aufeinander auf; die Teilnahme an beiden ist jedoch nicht zwingend erforderlich, um den jeweiligen Workshop inhaltlich nachvollziehen zu können. Bitte bring für den Workshop auch eine eigene Yoga-Matte oder ein eigenes Handtuch mit.
1. Oktober 2026
Uhrzeit und Raum: 15:30 Uhr bis 16:30 Uhr – Musiktherapieraum der HfMT
Leiterin: Claudia Romahn (Zentrum für Berufsmusiker)
Als osteopathisch arbeitende Physiotherapeutin betrachtet Claudia Romahn den Körper stets in seiner Gesamtheit. Ihr besonderer Fokus liegt auf den spezifischen körperlichen Anforderungen von Musiker*innen sowie dem Zusammenspiel von Bewegungssystem und Bewegungsverhalten. Ziel ihrer Arbeit ist es, Schmerzen zu reduzieren und ungünstige Bewegungsmuster nachhaltig zu verändern.
Neben ihrer langjährigen Erfahrung in der Handchirurgie und Orthopädie liegen ihre Schwerpunkte in der Manuellen Therapie nach Cyriax, der Faszientherapie und osteopathischen Techniken. Seit 2013 ist sie Kooperationspartnerin des Zentrums für Berufsmusiker und hat sich auf die Behandlung von Musiker*innen spezialisiert. Ein wichtiger Bestandteil ihrer Diagnostik ist dabei der motorische Status am Instrument. Darüber hinaus gibt sie Einzel- und Gruppenworkshops in Orchestern und an Hochschulen.
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Mentale Gesundheit
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Workshop 1: Auftrittsangst
Auftrittsangst gehört für viele Musiker*innen zum beruflichen Alltag. Lampenfieber, körperliche Anspannung, kreisende Gedanken oder die Angst, Fehler zu machen, können die Freude am Musizieren und die eigene musikalische Leistung erheblich beeinträchtigen. Dabei ist Auftrittsangst kein Zeichen mangelnder Professionalität, sondern eine verständliche Reaktion auf eine Situation, in der viel auf dem Spiel steht.
In diesem praxisorientierten Workshop beschäftigen wir uns damit, was hinter Auftrittsangst steckt und wie wir lernen können, mit ihr konstruktiv umzugehen. Auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit professionellen Musiker*innen, Studierenden und Lehrenden werden typische Auslöser und aufrechterhaltende Faktoren von Auftrittsangst beleuchtet. Im Mittelpunkt stehen konkrete Strategien für den musikalischen Alltag: Wie kann ich mit körperlicher Anspannung und Stress umgehen? Was hilft gegen negative Gedanken und überhöhte Erwartungen? Wie kann ich meine Aufmerksamkeit während des Auftritts gezielt lenken? Und wie kann ich eine Haltung entwickeln, in der Aufregung nicht als Bedrohung, sondern als Teil des Auftrittserlebnisses verstanden werden kann?
Neben kurzen theoretischen Impulsen bietet der Workshop Raum für praktische Übungen, Reflexion und den Austausch über eigene Erfahrungen mit dem Ziel, Auftrittsangst besser zu verstehen, den eigenen Umgang mit Nervosität zu verändern und mehr Sicherheit sowie Selbstvertrauen auf der Bühne zu entwickeln.
2. Oktober 2026
Uhrzeit und Raum: 11:45 Uhr bis 12:45 Uhr – Musiktherapieraum der HfMT
Leiterin: Dr. med. Dipl. Mus. Isabel Fernholz
Dr. med. Dipl. Mus. Isabel Fernholz studierte Klavier an der Universität der Künste Berlin bei Klaus Hellwig sowie an der Indiana University in Bloomington, USA, bei Leonard Hokanson, gefördert durch den DAAD. Sie schloss ihr Studium mit dem pädagogischen und künstlerischen Diplom im Hauptfach Klavier ab. Anschließend studierte sie Medizin in Berlin und Hamburg.
Sie arbeitet als Assistenzärztin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin am Berliner Centrum für Musikermedizin (BCMM) sowie in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Dr. Fernholz ist zudem wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kurt-Singer-Institut für Musikphysiologie und Musiker*innengesundheit der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der mentalen Gesundheit von Musiker*innen, insbesondere auf dem Bereich Auftrittsangst. Zudem lehrt sie an der Universität der Künste Berlin im Bereich angewandte Musikphysiologie sowie am Career College.
Workshop 2: Selbstfürsorge 360° mentale und physische Strategien (Teil 2)
Mental stark zu sein ist kein Zufall, sondern der spezifische Glaube an die eigene Fähigkeit, in bestimmten Situationen wirksam zu sein. Selbstfürsorge ist eine wesentliche Säule und bezeichnet die bewusste sowie aktive Sorge um das eigene Wohlbefinden – sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene. Sie verbessert unsere Resilienz, die von allen gelernt werden kann, die sich mit ihrem Körper sowie ihren Gedanken und Gefühlen auseinandersetzen. Das Zusammenwirken von psycho-physiologischen Anteilen wird besonders in den Situationen deutlich, in denen die Leistung auf den Punkt gebracht werden muss. Wir fokussieren nicht die Angst, sondern gehen in die aktiv gestaltende Rolle.
In diesem zweiten Teil zweier sich ergänzender Workshops lernen Teilnehmende eigene (physische und mentale) Ressourcen gezielt wahrzunehmen, ihren Aktivierungszustand zu regulieren und kurze Techniken unmittelbar im musikalischen Alltag einzusetzen. Wir setzen uns mit den inneren Kritiker*innen auseinander und zeigen, wie sich die psychische Flexibilität verändern kann. Dieser ganzheitliche, präventive Ansatz führt zu mehr Selbstwirksamkeit und gibt damit Handlungspielraum im musikalischen Ausdruck.
Achtung: Die beiden Workshops bauen inhaltlich aufeinander auf; die Teilnahme an beiden ist jedoch nicht zwingend erforderlich, um den jeweiligen Workshop inhaltlich nachvollziehen zu können.
2. Oktober 2026
Uhrzeit und Raum: 11:45 Uhr bis 12:45 Uhr – Orchesterstudio der HfMT
Leiterin: Dipl. Psych. Heidi Brandi
Als Psychotherapeutin mit Kassensitz, tiefenpsychologisch fundierter Ausrichtung sowie Schwerpunkten in Trauma, Ego-State-Arbeit und PEP begleitet Heidi Brandi seit über 30 Jahren Studierende und Berufsmusiker*innen im klassischen und im Jazzbereich auf ihrem Weg.
Gemeinsam mit Professor Hugo Schmale untersuchte sie am Institut für Psychologie in Hamburg die Identität von Berufsmusiker*innen im Spannungsfeld von Ich, Instrument und Orchester. 2013 gründete sie in Hamburg das Zentrum für Berufsmusiker mit dem Ziel einer ganzheitlichen und präventiven Betreuung. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist heute die mentale Gesundheit von Musiker*innen. 2019 initiierte sie das Interdisziplinäre Forum Musikergesundheit, 2022 das Symposium „Leistungssport & Leistungsmusik – Spitzensportler und Spitzenmusiker im Dialog“.
Seit 2023 baut sie die jährliche Workshopreihe „Mentale Gesundheit“ gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartner*innen aus. Darüber hinaus ist sie als Gastdozentin an Musikhochschulen, Orchester- und Landesakademien für Lehrkräfte tätig.
Workshop 3: Psychologische Erste Hilfe
Hoher Leistungsdruck, dichte Tournee- und Probephasen, ständige Selbstorganisation und finanzielle Unsicherheiten prägen für viele freischaffende Musiker*innen und Kulturschaffende den Alltag. Diese Rahmenbedingungen fordern die mentale Widerstandskraft fortlaufend heraus und bergen das Risiko, persönliche Belastungsgrenzen unbemerkt zu überschreiten.
In diesem praxisorientierten Workshop beschäftigen wir uns mit den Grundlagen der Ersten Hilfe für die psychische Gesundheit. Es wird fundiertes Wissen vermittelt, um Anzeichen psychischer Belastungen frühzeitig wahrzunehmen, einzuordnen und Betroffene empathisch sowie handlungssicher anzusprechen und zu ermutigen, bevor sich Krisen chronifizieren. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen: Woran erkenne ich beginnende Erschöpfungszustände oder krisenhafte Dynamiken bei mir und anderen? Wie spreche ich Kolleg*innen in fordernden Situationen wertschätzend und ohne Berührungsängste an? Wo liegen die Grenzen der eigenen Unterstützung und wie gelingt die Vermittlung an professionelle Hilfsangebote? Und wie lässt sich im künstlerischen Kollegium eine Kultur der gegenseitigen Fürsorge etablieren, ohne die eigene Selbstfürsorge aus dem Blick zu verlieren?
Neben kurzen theoretischen Impulsen bietet der Workshop Raum für praktische Übungen, Fragen und Reflexion. Ziel ist es, psychische Gesundheit in der Kulturszene weiter zu enttabuisieren, Ängste vor dem Thema abzubauen und den Teilnehmenden konkrete Handlungskompetenz sowie Sicherheit für den Alltag mitzugeben.
2. Oktober 2026
Uhrzeit und Raum: 11:45 Uhr bis 12:45 Uhr – Multifunktions-Studio der HfMT
Leiterin: Julia Schröder
Julia Theresa Schröder ist Psychologin (M.Sc.) sowie freiberufliche Trainerin und Dozentin. In ihren Workshops verbindet sie wissenschaftlich fundierte psychologische Konzepte mit handlungsorientierten Werkzeugen für den Berufsalltag. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen in der psychologischen Ersten Hilfe sowie präventiven Selbstmanagement- und Resilienzstrategien.
Ein zentrales Anliegen ihrer Arbeit ist es, psychische Belastungen in leistungsorientierten Arbeitsfeldern zu enttabuisieren und konkrete Handlungssicherheit im Umgang mit seelischen Krisen bei sich und anderen zu vermitteln.
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