The Art of Listening: Wie wir Resonanzräume für neues Publikum schaffen

Die Frage, wie Jazz heute sein Publikum erreicht, gehört zu den zentralen Herausforderungen der aktuellen Musik- und Kulturarbeit. Während sich gesellschaftliche Strukturen, Freizeitverhalten und kulturelle Teilhabe zunehmend verändern, steht auch die Jazzszene vor der Aufgabe, ihr bestehendes Publikum zu halten und gleichzeitig neue Zielgruppen zu erschließen.

Audience Development beschreibt weit mehr als reine Marketingstrategien. Es geht um langfristige Beziehungsarbeit, um Zugänge, Repräsentation und die Frage, wie relevant und anschlussfähig Jazz in einer diversen Gesellschaft sein kann. Wer fühlt sich angesprochen und wer nicht? Welche Barrieren bestehen (z. B. auf sozialer, ökonomischer, ästhetischer oder institutioneller Ebene)? Welche Verantwortung tragen Institutionen, Festivals und Akteur*innen dabei? Das Panel nimmt den aktuellen Wissensstand im Bereich Audience Development im Jazz in den Blick und diskutiert, welche Erkenntnisse bereits vorliegen und wo noch Leerstellen bestehen.

Ausgangspunkt sind u. a. aktuelle bundesweite Untersuchungen und Praxisbeispiele sowie konkrete Festivalformate (z. B. Osterfestspiele Salzburg/Come Closer), die gezielt neue Zugänge und Zielgruppen erproben. Im Austausch zwischen Forschung und Praxis sollen Ansätze, aber auch strukturelle Herausforderungen sichtbar gemacht werden. Welche Strategien funktionieren tatsächlich nachhaltig? Wo stoßen Projekte an ihre Grenzen? Wie kann Audience Development im Jazz langfristig gedacht und verankert werden?

Das Panel lädt dazu ein, bestehende Perspektiven zu hinterfragen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam darüber zu sprechen, wie eine offenere, vielfältigere sowie zukunftsfähige Publikumsentwicklung im Jazz aussehen kann.

Panel-Teilnehmer*innen

© Name Fotomensch

Dr. Thomas Renz

Vita

© Name Fotomensch

Karla Hirsch

Vita

© Anastasiia Kukla

Jordan White

Der australische E-Gitarrist, Komponist und Organisator Jordan White lebt seit Ende 2023 in Köln. Er leitet das White-Reznichenko Quintett, kuratiert das Festival und die Konzertreihe „Come Closer“ in Weimar und unterrichtet in Köln und Krefeld. Er studierte Jazz und Neue Musik in Melbourne und Weimar, trat in Australien, Deutschland, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz auf, war aktives Mitglied des Ausländerbeirats in Weimar und leitete die Produktion des Festivals „Yiddish Summer Weimar“. White arbeitet mit E-Gitarre, SuperCollider und eigenen erweiterten Spieltechniken und Stimmungen, um auf seine Weise Jazz, Improvisation und Elektroakustik zu verbinden. Jordan war von 2022 bis 2025 Mitglied im Kuratorium des Musikfonds und war Jurymitglied des Deutschen Jazzpreises für 2026. “Music for Imaginary Spaces” wurde im Mai 2026 veröffentlicht und sein nächstes album, mit dem White-Reznichenko Quintett, wird im November 2026 veröffentlicht.

Zu Jordans Webseite

© Paula Winkler

Kathrin Pechlof (Moderation)

Kathrin Pechlof ist Musikerin und seit 25 Jahren bundesweit sowie international künstlerisch tätig. Ihre Arbeit ist durch zahlreiche Veröffentlichungen und in Rundfunkaufzeichnungen dokumentiert. 2023 wurde sie mit dem SWR Jazzpreis ausgezeichnet. Parallel dazu ist sie seit 2016 in unterschiedlichen Funktionen an der Entwicklung eines „House of Jazz – Zentrum für Jazz und improvisierte Musik (AT)“ beteiligt. Sie wirkte maßgeblich an der Erarbeitung erster konzeptioneller Grundlagen mit und verantwortet aktuell die Konzeption sowie die strategische Ausrichtung der Pilotphase. Damit übernimmt sie zentrale Aufgaben einer künftigen künstlerisch-strategischen Leitung. Dabei ist ihr wichtig, die Perspektive als aktive Musikerin in alle Prozesse einzubringen – sowohl inhaltlich konzeptionell als auch in der Kommunikation mit Politik und Verwaltung.