Zwischen Vision und Struktur: Neue Wege der Jazzförderung – Fokus Large Ensembles

Nachhaltige Strukturförderung für die freie Musikszene ist wieder verstärkt auf die kulturpolitische Agenda gerückt – nicht zuletzt durch das Positionspapier des Deutschen Musikrats, das mit seinem Drei-Säulen-Modell den Bedarf nach einer neu aufgestellten Förder-Architektur deutlich formuliert. Auch im Jazz und in der Improvisierten Musik wird diese Debatte seit Langem geführt. Die Deutsche Jazzunion setzt sich bereits seit Jahren für strukturelle Fördermodelle ein und richtet den Blick dabei seit einigen Monaten verstärkt auf die spezifische Situation von Large Ensembles.

Denn gerade diese künstlerische Form bringt besondere Anforderungen mit sich: Große Besetzungen ermöglichen komplexe musikalische Konzepte, langfristige künstlerische Entwicklungen und kollektive Arbeitsweisen. Doch gleichzeitig sind sie mit hohen organisatorischen, finanziellen und logistischen Aufwänden verbunden, denen rein projektbasierte Förderstrukturen oft nur unzureichend gerecht werden.

Deshalb wollen wir in diesem Panel mit Vertreter*innen aus Fördereinrichtungen des Bundes und der Länder sowie dem Publikum selbst in den Dialog gehen – mithilfe eines Live-Feedback-Systems!

Ausgehend von Best-Practice-Beispielen diskutieren die Referent*innen bestehende Fördermodelle, strukturelle Herausforderungen und konkrete Bedarfe. Durch das offene Format werden auch Perspektiven aus dem Saal einbezogen, um möglichst viele Stimmen aus Praxis, Politik und Förderung zusammenzuführen. So können wir im Kollektiv über Wege zu einer nachhaltigeren Förderstruktur für Large Ensembles nachdenken.

Programmübersicht → Jazz Now! 2026

Freitag, 2. Oktober 2026 – 17:10 Uhr bis 18:25 Uhr – Raum: JazzHall

Panel-Teilnehmer*innen

© Werner Siebert

Evgenij Zelikman

Evgenij Zelikman ist Komponist, Arrangeur, Pianist und Leiter seiner Big Band, dem Big Band Oumuamua Orchestra. Neben seiner Tätigkeit als Pianist komponiert und arrangiert er regelmäßig Werke u. a. von und für Peter Fulda, Svetlana Marinchenko und Orchester Ventuno. An der Musik- und Kunstschule Jena ist er Dozent für Klavier und Big Band Leiter. Zur Vernetzung und Bündelung von Interessen freischaffender professioneller Large Ensembles initiierte er als Mitglied der Deutschen Jazzunion 2025 die AG Large Ensembles. In regelmäßigen Treffen werden gemeinsam nachhaltige Strukturen für Austausch, Kooperation, Zukunftsgestaltung und Finanzierung entwickelt.

© Eva Radünzel

Sebastian Haas

Sebastian Haas ist Leiter der Geschäftsstelle und Kommunikation bei FREO – Freie Ensembles und Orchester in Deutschland e. V. und stellvertretender Vorsitzender des Jazzverbands Sachsen. Zuvor war er unter anderem kulturpolitischer Berater im Sächsischen Landtag und engagierte sich in verschiedenen Funktionen für die Interessen freischaffender Musiker*innen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle von Kulturpolitik, Verbandsarbeit und den Arbeits- und Produktionsbedingungen der freien Musikszene. Als studierter Jazztrompeter und ehemaliger Hochschullehrer kennt er deren Praxis auch aus eigener künstlerischer sowie pädagogischer Tätigkeit.

© Ben Gross

Camille Buscot (Moderation)

Camille Buscot war von Dezember 2022 bis April 2024 Geschäftsführerin der IG Jazz Berlin. Die in Deutschland geborene Französin hat 2020 ihren Master in Kulturwissenschaft (Bachelor: Kulturwissenschaft und Kunst- und Bildgeschichte) an der Humboldt-Universität zu Berlin abgeschlossen. 2016 ist sie durch ihre Tätigkeit bei der Deutschen Jazzunion zur Jazz- und Improvisationsszene sowie zur kulturpolitischen Arbeit gekommen. Dort war sie (2020-2023) als Leiterin Kommunikation und Netzwerke tätig und ist anschließend zum 1. Mai 2024 als Geschäftsführerin zur Deutschen Jazzunion zurückgekehrt.

Das Programm wird fortlaufend ergänzt. Weitere Programmpunkte und Panelteilnehmer*innen werden in Kürze bekannt gegeben.

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